Aleksander von Meutlitz
Ritter auf dem Gut zu Jenfeld
Ihr fragt wer ich sei? Nun so will ich Euch meine Geschichte erzählen. Geboren wurde ich an einem kalten und regnerischen Herbsttage im Jahre des Herren 1156 als zweiter Sohn des dänischen Her.. doch nein ich habe geschworen diesen Namen nie wieder auszusprechen. Mein Bruder und ich wuchsen behütet auf der Burg unseres Vaters auf und gingen wie es Tradition war mit 7 Jahren, erst als Page und später als Knappe an die Höfe befreundeter Adliger. Mit 16 erhielt ich dann meinen Ritterschlag und kehrte voller Stolz zu meinem Vater zurück. Dort angekommen eröffnete unser Vater uns beiden dann die Wahrheit über unsere Herkunft. Mein Bruder war zwar tatsächlich der ältere von uns beiden, allerdings trennten uns nicht wie gedacht ein Jahr sondern nur wenige Tage. Denn wir beide hatten zwar denselben Vater aber nicht dieselbe Mutter. Da allerdings beide Mütter im Kindbett gestorben sind nahm unser Vater uns beide auf und ließ uns eine höfische Erziehung angedeihen.
Zu Anfang trübte dies Wissen die enge Freundschaft zwischen meinem Bruder und mir nicht. Aber die Zeit änderte dies. Der Seneschall unseres Vaters vergiftete unsere Freudschaft in dem er meinem Bruder Lügen über mich erzählte und Ihm einredete ich würde versuchen Ihm den Thron und das Lehen streitig machen wollen. Als mir dies zu Ohren kam unternahm ich Schritte um ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Ich änderte meinen Namen und zog mich auf das kleine Gut zu Jenfeld vor den Toren der reichsfreien Stadt Hammonia zurück um Ihm zu zeigen das ich das Lehen nicht will. Ich ging ins Ausland um als fahrender Ritter die Welt zu erkunden. Doch was ich auch Tat, es wurde verdreht und verzerrt bis es in die lügen des Seneschalls passte welcher nach dem Tod unseres Vaters in den Dienst meines Bruders getreten war. Entweder zog ich mich zurück um in der Abgeschiedenheit heimlich ein Heer aufzustellen oder ich sammelte heimlich Verbündete und vieles mehr.
Auf einer der letzten Fahrten war ich sogar am Hofe Ottos IV. Als ich nach einigen Monaten am Hofe aufbrach um wieder einmal nach meinem Gut zu schauen macht ich Rast in der alten Stadt Tremonia. Da man im Gasthof keinen Platz mehr hatte verwies mich der Wirt an den Handwerksmeister Dietrich wo ich sicher einen Schlafplatz bekäme. Immerhin habe der Meister den Ruf keinen Reisenden von seiner Schwelle zu schicken. Frohgemut begab ich mich also zum angegebenen Hause welches glücklicherweise nur wenige Straßen entfernt lag.
Auf mein Klopfen wurde mir von der Tochter des Hauses geöffnet welcher ich mein Anliegen vortrug. Sie bot mir daraufhin die Gastfreundschaft des Hauses an obwohl Ihre Eltern nicht zu Hause waren. Im Laufe des Abends entdeckte ich meine Liebe zu dieser schönen und selbstbewussten Frau, so dass ich Sie am nächsten Morgen bat, mich auf mein Gut vor den Toren Hammonias zu begleiten. Da Ihr Vater dem Glück seiner Tochter nicht im Wege stehen wollte gab er wenn auch mit Vorsicht seine Zustimmung.
Auf dem Heimweg heuerte ich zum Schutz die Söldner der Suum Cuique an. Unterwegs trafen wir auf dem Plane zu Telgte auf das Lager von Lord McColgan und seinem Gefolge. Da sich die beiden Gruppen kannten wurde es ein fröhliches und gemütliches Zusammensein und wir waren ernsthaft betrübt als es wieder auseinanderging. Zurück auf dem Gut zu Jenfeld erwartete mich dann eine üble Überraschung. Mein alter Reitlehrer hatte mir eine Warnung geschickt das es dem Seneschall gelungen sei das Verhältnis zwischen meinem Bruder und mir endgültig zu zerstören und ihn dazu gebracht hat eine Streitmacht aufzustellen um mich zu verhaften und hinzurichten. Somit blieb uns nichts anderes als die Flucht vom heimatlichen Gut um in der Fremde unser Glück zu suchen. Und nun bin ich hier…